Manche Projekte entstehen nicht über Nacht. Sie wachsen – aus Ideen, aus Überzeugung und aus einem langen Atem.
Die neue Kindertageseinrichtung „Pittiplatsch – Haus der fünf Elemente“ ist genau ein solches Projekt.
Was heute als modernes, nachhaltiges und pädagogisch innovatives Bauvorhaben in Planung ist und nunmehr bei der Investitionsbank als bestätigter Antrag vorliegt, begann bereits mit einer ersten Projektskizze des Bürgermeisters im Februar 2021. Zahlreiche Abstimmungstermine intern und extern folgten. Ausschlaggebend war das Votum des Steuerkreises des Landkreises Anhalt-Bitterfeld für die Priorisierung der Fördermittel im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes für die innovative Projektkonzeption. Mit der finalen Einreichung des Fördermittelantrages im September 2025 bei der Investitionsbank wird deutlich, welche Vorlaufzeiten Projekte dieser Dimension benötigen – von der Idee bis zur konkreten Umsetzung.
Aktuell werden die umfangreichen Projekt- und Planungsunterlagen von der Landesbauaufsicht geprüft und gehen hoffentlich beanstandungsfrei in die nächste Runde. Aktuell gehen wir bei erfolgreichem Projektplanverlauf davon aus, dass wir von der Vorplanung (aktuell in Prüfung) zur Genehmigungsplanung und in die Ausführungsplanung und Ausschreibung im Jahr 2027 gehen können. Das bedeutet, dass voraussichtlich in den Jahren 2027 bis 2028 gebaut werden kann.
Und doch ist dieses Projekt weit mehr als ein Bauvorhaben: Es ist ein echtes Innovationsprojekt für die Zukunft unserer Stadt.
Von der Idee zum Leuchtturmprojekt
Die bestehende KiTa „Pittiplatsch“ ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil unserer Stadt. Doch das Gebäude aus den 1930er Jahren entspricht längst nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Kinderbetreuung.
Der Neubau verfolgt deshalb klare Ziele:
- moderne, barrierefreie Betreuung,
- nachhaltige Bauweise und Energieeffizienz,
- innovative pädagogische Konzepte,
- Stärkung der Familienfreundlichkeit und Fachkräftesicherung.
Mit einer Förderquote von 90 % im Rahmen des Strukturwandels „Revier 2038“ ist das Projekt als strukturpolitisches Leuchtturmprojekt bestätigt worden.
Architektur, die Bildung ermöglicht
Bereits die Architektur zeigt: Hier entsteht kein klassischer Kindergarten.
Die Anlage ist als eingeschossiger, offener Gebäudekomplex konzipiert – vollständig barrierefrei, mit kurzen Wegen und direkter Verbindung von Innen- und Außenräumen. Großzügige Fensterflächen, natürliche Materialien und klare Strukturen schaffen eine Atmosphäre, die Lernen, Bewegung und Ruhe gleichermaßen ermöglicht.


Der Grundriss macht deutlich, wie konsequent das Konzept umgesetzt wird:
- Gruppenräume mit direktem Zugang nach draußen,
- Multifunktions- und Bewegungsräume,
- Kinderküche und Cafeteria,
- Rückzugs- und Therapieräume,
- barrierefreie Erschließung auf einer Ebene.
Das Herzstück: Die Kneippsche Philosophie
Das Besondere an diesem Projekt ist die konsequente Umsetzung der Kneippschen Gesundheitslehre in Architektur und Pädagogik.
Die fünf Elemente nach Sebastian Kneipp werden im Alltag der Kinder erlebbar:
1. Wasser
Wasseranlagen, Tretbecken und spielerische Wasserelemente fördern Gesundheit und Wahrnehmung.
2. Heilpflanzen
Kräuterbeete und eine Kinderküche vermitteln Wissen über Natur, Ernährung und regionale Produkte.
3. Bewegung
Barfußpfade, Außenanlagen und Bewegungsräume schaffen vielfältige körperliche Erfahrungen.
4. Ernährung
Gesunde, regionale Ernährung wird nicht nur angeboten, sondern aktiv vermittelt.
5. Balance
Rückzugsräume, Klang- und Entspannungsbereiche fördern das seelische Wohlbefinden der Kinder.
Dieses ganzheitliche Konzept verbindet Bildung, Gesundheit und Natur – und ist in dieser Form im Landkreis einzigartig.
Kinder gestalten ihre KiTa selbst mit
Ein entscheidender Unterschied zu klassischen Bauprojekten liegt in der Entstehung dieses Projektes:

Im Rahmen der Vorplanung haben die Stadt und das beauftragte Ingenieurbüro „Zimmer Architekten“ die Erarbeitung einer Masterarbeit eingebunden. Diese wurde durch die Studentin Lilly Nagel erfolgreich erstellt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die Einbindung von Kindern und Erziehern gelegt. Dabei wurden zahlreiche Kinder auf Basis eines Fragebogens beteiligt.
Sie haben ihre Wünsche, Ideen und Vorstellungen eingebracht – und damit die KiTa von Anfang an mitgestaltet.
Natürlich wurden auch die Erzieher befragt. Zwölf Erzieher haben im Interview mit der Masterstudentin ihre Ideen, Vorstellungen und Gedanken mit in das Projekt eingebracht.
Diese Beteiligung ist kein Detail – sie ist ein zentraler Bestandteil des Innovationsansatzes.
Denn wer könnte besser sagen, wie eine KiTa aussehen soll, als die Kinder selbst?
Nachhaltigkeit konsequent gedacht
Auch technisch setzt das Projekt neue Maßstäbe:
- energieeffiziente Bauweise,
- Photovoltaikanlagen,
- moderne Lüftungs- und Klimakonzepte,
- Einsatz nachhaltiger Materialien,
- langfristige CO₂-Reduktion.
Ziel ist eine Einrichtung, die nicht nur heute funktioniert, sondern auch den Anforderungen von morgen gerecht wird.
Ein Projekt mit Wirkung für die ganze Stadt
Die neue KiTa ist weit mehr als ein Gebäude. Sie ist:
- ein Beitrag zur Fachkräftesicherung,
- ein Signal für Familienfreundlichkeit,
- ein Baustein für den Strukturwandel,
- ein Ort des Miteinanders zwischen Generationen.
Ein langer Weg – mit einem klaren Ziel
Der Projektzeitraum reicht bis zur aktuell geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2028.
Dieser lange Vorlauf macht deutlich: Große Projekte brauchen Zeit, Sorgfalt, Innovation und strategisches Denken.
Durch die Einbettung des Kneippschen Grundgedanken ist es uns gelungen, ein außergewöhnliches Projekt „ins Rennen“ zu schicken, was mit Fördermitteln von 3,15 Millionen Euro und Baukosten von 3,5 Millionen Euro eine neue Qualität setzen wird. Mit der „Kneipp-KiTa Pittiplatsch – Haus der fünf Elemente“ entsteht in Aken (Elbe) ein Projekt, das in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich ist.
Es ist ein Projekt, das zeigt, was möglich ist, wenn Vision, Fördermittelkompetenz und Engagement zusammenkommen. Und vor allem ist es ein Projekt für das Wichtigste, was wir haben: unsere Kinder.